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Pestoliebe - Radieschengrün und Knoblauchsrauke

Mal ehrlich, aus dem eigenen Garten ernten ist etwas ganz Besonderes, findet ihr nicht auch? Neben Spinat und Salat habe ich es seit zwei Wochen richtig schön bunt auf dem Teller mit meinen herrlich bunten Radieschen. Und die sehen natürlich nicht nur hübsch aus, die schmeeeeecken auch so richtig toll!

Was ist das doofe an Radieschen? "Ja gar nix, die sind toll!" rufst Du jetzt vielleicht! Damit hast Du prinzipiell auch recht, was mich bei Gemüse, von dem die Wurzel die eigentliche Ernte ist, immer gestört hat, war die Verschwendung mit dem Blattgrün. Da wir keine Hasen haben, und auch keine bekannten Hasen in der Nachbarschaft, war es immer so ein weinendes Auge, das schöne Grün zu entsorgen, bis ich von meiner amerikanischen Veggie-Freundin die "Root to Shoot" -  Idee kennenlernte. Also sinngemäß" von der Wurzel bis zu den Blättern". Hier soll also idealerweise alles vom Gemüse verarbeitet werden, um die Ernte so ertragreich wie möglich zu machen und alle guten Vitamine eines Gemüses abzugreifen. 

Ich werde Dir im Laufe des Gartenjahres noch weitere leckere Rezepte mit Blattgrün vorstellen, aber heute ist erst mal das Radieschengrün-Pesto dran. 

Du hast jetzt also eine Menge Radieschengrün. Wie geht's weiter? 

Du solltest alle welken Blätter aussortieren und die groben Stängel entfernen, so dass Du wirklich nur noch das Blattgrün hast. Hiervon brauchst Du für 2 kleine Gläser von ca. 200ml ca 200 Gramm Blattgrün. Wenn Du lieber mehr auf einmal machen willst, aber keine Lust hast, zwei Tage lang Radieschen zu essen, kannst Du das Blattgrün übrigens auch gut sammeln! Ich lasse alles zusammen, so wie im mittleren Bild und lege es leicht feucht in eine große Zip-Lock Tüte oder Aufbewahrungsbox. So hält es sich im Gemüsefach des Kühlschranks locker eine Woche. 

Achtung, jetzt kommt mein "Oma-Rezept" - ich hatte Dich ja schon vorgewarnt, dass ich eher so pi mal Daumen Rezepte mache!

Radieschengrün - Pesto

 

Du brauchst:

ca. 200g Radieschengrün

ca. 100g würzigen Käse (das Radieschengrün schmeckt sehr stark, daher darf es ordentlich käsig werden, ich habe diesmal Swizzrocker genommen)

ca 3 EL Sonnenblumenkerne

ca 1/2 TL Salz

ca 2 Zehen Knoblauch (optional, das kann auch mehr oder weniger sein)

gutes natives Olivenöl nach Bedarf (100-200ml)

Wenn Du wie ich eine kleine, kompakte Küchenmaschine hast, kannst Du alle Zutaten ganz grob zerhacken und in die Küchenmaschine werfen und Dich daran freuen, wie die Küchenmaschine die Arbeit für Dich erledigt. Ansonsten geht es auch mit einem Pürierstab und einem hohen Gefäß, dafür musst Du die Zutaten aber deutlich kleiner hacken.

Fang mit einem sehr ordentlichen Schuss Olivenöl an und gebe nach und nach mehr dazu, bis das Pesto die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Eventuell musst Du etwas nachsalzen - das kommt ganz auf Deinen Geschmack an!

 

Fülle das Pesto in die vorbereiteten, sterilisierten Gläser  nicht ganz bis zum Rand und bedecke das Pesto mit einer ordentlichen Schicht Olivenöl - so hält es im Kühlschrank bis zu vier Wochen. Du kannst auch kleinere Mengen entnehmen, dann musst Du danach wieder eine Schicht Olivenöl aufgießen.

 

Du kannst das Pesto auch gut einfrieren, dann brauchst Du natürlich keine Schicht Öl daraufgeben.

Und jetzt zur Knoblauchsrauke. Kennst Du die? Mein absolutes Lieblings-Wildkraut! Es ist sooo gesund und schmeckt herrlich und man kann sie so vielseitig verwenden!

Du kannst wirklich alle Pflanzenteile verwenden und das zu verschiedenen Wachstums-Stadien. Ist das nicht absolut toll? 

Die jungen Blätter sind eine leckere Beigabe im Salat. Kräuterdips, Kräuterquark, Kräuterbutter!

Aus den reifen, schwarzen Samen kannst Du "Senf" machen.

Auch die Wurzel kannst Du verwenden und sie reiben und ähnlich wie Meerrettich verwenden, da sie schön scharf schmeckt.

Auch Essig kannst Du damit machen, hierfür übergießt Du die ganze Pflanze mit gutem Bio-Apfelessig und lässt es ca. zwei Wochen ziehen.

Du siehst schon, die Knoblauchsrauke ist ein absolutes Universalgenie!

 

Aber jetzt wie versprochen das Pestorezept.

Knoblauchsrauken - Pesto

 

Du brauchst für ein 200g - Glas:

ca. 80g Blätter von der Knoblauchsrauke

ca. 50g Käse 

ca. 2 EL Sonnenblumenkerne

etwas Salz nach Geschmack

gutes natives Olivenöl nach Bedarf ( ca 50-80ml)

 

Für dieses Pesto nehme ich einen milden Käse, um den leckeren Geschmack der Knoblauchsrauke nicht zu überdecken, diesmal habe ich mich für einen schweizer Heumilchkäse entschieden.

Manche sind der Ansicht, das nur die jungen Blätter der Pflanze schmecken, wenn sie noch nicht geblüht hat. Die Blätter werden etwas schärfer und würziger ab der Blüte, aber mir schmeckt das sehr gut. Schlussendlich kommt es ganz auf Deinen persönlichen Geschmack an!

Die Zubereitung funktioniert wie oben: hacken, ab in die Küchenmaschine oder unter den Pürierstab, Öl dazu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist und dann ab in's Glas oder einfrieren.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Nachmachen und jetzt schon einen guten Appetit! Lass mir doch einen Kommentar da und vergesse natürlich nicht, mir auf Instagram zu folgen, um keine Rezept-Ideen zu verpassen!

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